Dokument als PDF Datei | zum Publikationsverzeichnis | zur IFP Homepage

 

Einsatz symbiontischer Mikroorganismen in der kommerziellen in vitro Produktion von Gehölzen

 

Imke Hutter, Carolin Grotkass, Falko Feldmann

Institut für Pflanzenkultur, Solkau 2, 29465 Schnega

 

In der Akklimatisierung von in vitro vermehrten Pflanzen treten häufig sehr hohe Verluste auf, die eine wirtschaftliche Produktion dieser Arten nicht zulassen. Das Institut für Pflanzenkultur setzt seit einigen Jahren Endomykorrhizapilze während der Akklimatisierung von in vitro vermehrten Heilpflanzen ein. Die Vitalitätsraten einiger Klone von Baptisia tinctoria konnten soweit gesteigert werden, daß eine kommerzielle Produktion möglich wurde. Der Einsatz der Symbiontentechnologie wurde auf in vitro vermehrte Gehölze ausgeweitet.

 

Gehölze sind sowohl Endo- als auch Ektomykorrhizawirte. Vorgestellt werden erste Ergebnisse zur Akklimatisierung von Betula spp. und Quercus robur nach Inokulation mit verschiedenen Ektomykorrhizapilzen. Einige Baumarten gehen sowohl eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen als auch mit  Rhizobium spp. ein (z. B. Robinia pseudoacacia). Für diesen Einsatzbereich wird ein kombiniertes Inokulum entwickelt.

 

Entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz von Mikroorganismen ist die Auswahl des Symbiosepartners sowie eine qualitativ hochwertige Produktion von Inokulum. In einem Forschungsprojekt wurde der „Directed Inoculum Production Process (DIPP)“ entwickelt, mit dem die Wirksamkeit von Endomykorrhizapilzen auch an Extremstandorten gewährleistet werden soll. Endo- und Ektomykorrhizapilze sowie Rhizobien werden vom natürlichen Standort isoliert und für einen gezielten Einsatz weiterkultiviert. Gezeigt werden Herstellungsweisen und Darreichungsformen der verschiedenen Inokula.